Gleichgewichtskonstante-Rechner

Berechne mit ΔG° = −R·T·ln(K) die Gleichgewichtskonstante K aus der freien Standardreaktionsenthalpie ΔG°, oder löse die Formel nach ΔG° oder der Temperatur T auf – einfach die gesuchte Größe leer lassen. Der Rechner rechnet automatisch zwischen Einheiten um (kJ/mol, J/mol, K, °C) und zeigt zusätzlich an, ob das Gleichgewicht auf Seite der Produkte oder der Edukte liegt.

Werte eingeben

Du hast ΔH und ΔS gegeben und suchst erst ΔG°? Nutze unseren Gibbs-Energie-Rechner.

Freie Standardreaktionsenthalpie (immer molar, z.B. −57,2 kJ/mol).
Absolute Temperatur, bei der sich das Gleichgewicht einstellt.
Gleichgewichtskonstante (dimensionslos). Kann über viele Zehnerpotenzen reichen – wissenschaftliche Notation wie 3.4e-4 ist erlaubt.

Erklärung: Gleichgewichtskonstante und ΔG°

Wie hängen ΔG° und die Gleichgewichtskonstante zusammen?

Die freie Standardreaktionsenthalpie ΔG° sagt aus, wie weit eine Reaktion unter Standardbedingungen ins Gleichgewicht läuft. Ist ΔG° stark negativ, liegt das Gleichgewicht fast vollständig auf Seite der Produkte.

Der genaue Zusammenhang wird über die Gleichgewichtskonstante K hergestellt, die das Verhältnis von Produkt- zu Edukt-Aktivitäten im Gleichgewicht beschreibt.

Grundformel

ΔG° = −R · T · ln(K)

Die drei Größen im Überblick

Freie Standardreaktionsenthalpie (ΔG°)

ΔG° beschreibt die Triebkraft einer Reaktion unter Standardbedingungen (1 bar, meist 298 K, Standardkonzentrationen). Negative Werte begünstigen die Produktseite.

Universelle Gaskonstante (R)

R = 8,314 J/(mol·K) ist eine feste Naturkonstante. Da R selbst molar definiert ist, ist auch ΔG° in dieser Formel immer eine molare Größe.

Temperatur (T)

T ist die absolute Temperatur in Kelvin, bei der sich das Gleichgewicht einstellt. Je höher T, desto stärker wirkt sich ΔG° auf K aus.

Gleichgewichtskonstante (K)

K ist dimensionslos und beschreibt, wie weit eine Reaktion bei gegebener Temperatur ins Gleichgewicht läuft. K kann sehr klein (kaum Umsatz) oder sehr groß (fast vollständiger Umsatz) sein.

Warum ΔG° hier immer molar ist

Anders als beim allgemeinen Gibbs-Energie-Rechner (ΔG = ΔH − T·ΔS) lässt sich hier das "pro mol" nicht herauskürzen: Die Gaskonstante R ist fest in J/(mol·K) definiert. ΔG° muss deshalb immer als molarer Wert (z.B. kJ/mol) eingegeben werden – die Einheiten-Auswahl zeigt das entsprechend an.

Die Formel nach jeder Größe auflösen

Je nachdem, welche Größe gesucht ist, wird die Formel entsprechend umgestellt:

Nach K auflösen

K = e^(−ΔG° / (R·T))
Wird verwendet, wenn ΔG° und T bekannt sind.

Nach T auflösen

T = −ΔG° / (R·ln(K))
Wird verwendet, wenn ΔG° und K bekannt sind. Achtung: bei K = 1 ist T nicht bestimmbar (ΔG° = 0 für jede Temperatur).

Was sagt K über die Lage des Gleichgewichts aus?

K > 1 bedeutet, dass im Gleichgewicht mehr Produkte als Edukte vorliegen. K < 1 bedeutet das Gegenteil. K = 1 bedeutet, dass Produkte und Edukte im Gleichgewicht in vergleichbaren Mengen vorliegen (genauer: gleiche Aktivitäten).

Beispielaufgaben

Zwei Beispiele zeigen, wie du je nach gesuchter Größe rechnest.

Beispiel 1: K berechnen

Eine Reaktion hat ΔG° = −20 kJ/mol bei T = 298 K. Wie groß ist die Gleichgewichtskonstante K?

Gegeben

ΔG° = −20000 J/mol, T = 298 K, R = 8,314 J/(mol·K)

Lösung

K = e^(−ΔG° / (R·T))

K = e^(20000 / (8,314 · 298)) = e^(8,07) ≈ 3200

K ≈ 3200 → Gleichgewicht liegt deutlich auf Seite der Produkte.

Beispiel 2: ΔG° aus bekanntem K berechnen

Bei T = 310 K wurde K = 2,5·10⁻³ gemessen. Wie groß ist ΔG°?

Gegeben

T = 310 K, K = 0,0025

Lösung

ΔG° = −R·T·ln(K)

ΔG° = −8,314 · 310 · ln(0,0025) = −8,314 · 310 · (−5,99) ≈ 15440 J/mol

ΔG° ≈ +15,4 kJ/mol → positiv, Gleichgewicht liegt auf Seite der Edukte.

Tipps und häufige Fehler

Häufige Fehlerquellen

ln statt log verwendet

Die Formel verwendet den natürlichen Logarithmus (ln), nicht den dekadischen Logarithmus (log₁₀). Eine Verwechslung führt zu einem Faktor von ca. 2,303.

ΔG° statt ΔG verwendet

Diese Formel gilt für die freie Standardreaktionsenthalpie ΔG° (Standardbedingungen), nicht für das momentane ΔG unter beliebigen Konzentrationen. Für Nicht-Standardbedingungen braucht man zusätzlich den Reaktionsquotienten Q (ΔG = ΔG° + R·T·ln(Q)).

Temperatur in °C statt Kelvin

Für die Formel wird immer die absolute Temperatur in Kelvin benötigt, nicht in Grad Celsius. Vergiss nicht, 273,15 zu addieren.

Wo wird das gebraucht?

Der Zusammenhang zwischen ΔG° und K ist zentral für die chemische Thermodynamik:

  • Vorhersage, wie weit eine Reaktion abläuft (Ausbeuteabschätzung)
  • Berechnung von Löslichkeitsprodukten und Säure-Base-Gleichgewichten
  • Bewertung von Enzymreaktionen und Stoffwechselgleichgewichten in der Biochemie

Häufig gestellte Fragen zur Gleichgewichtskonstante

Über die Formel $ \Delta G^\circ = -R \cdot T \cdot \ln(K) $ lässt sich aus der freien Standardreaktionsenthalpie ΔG° direkt die Gleichgewichtskonstante K berechnen (und umgekehrt). Je negativer ΔG°, desto größer K und desto weiter liegt das Gleichgewicht auf Seite der Produkte.

K > 1 bedeutet, dass im Gleichgewicht mehr Produkte als Edukte vorliegen (Gleichgewicht auf Produktseite). K < 1 bedeutet das Gegenteil. Bei K = 1 liegen Produkte und Edukte im Gleichgewicht in vergleichbaren Mengen vor, und es gilt ΔG° = 0.

Die thermodynamische Herleitung der Formel führt zwingend auf den natürlichen Logarithmus (ln), nicht auf den dekadischen Logarithmus (log₁₀). Werden beide verwechselt, entsteht ein Fehler um den Faktor ln(10) ≈ 2,303 – bei größeren K-Werten ein erheblicher Unterschied.

ΔG° gilt nur unter Standardbedingungen (1 bar, meist 298 K, Standardkonzentrationen) und ist mit K über diese Formel verknüpft. Unter beliebigen, nicht-standardmäßigen Konzentrationen gilt stattdessen ΔG = ΔG° + R·T·ln(Q), wobei Q der Reaktionsquotient der aktuellen (nicht der Gleichgewichts-) Konzentrationen ist.

Anders als bei der allgemeinen Gibbs-Helmholtz-Gleichung (ΔG = ΔH − T·ΔS) lässt sich hier das "pro mol" nicht herauskürzen, da die Gaskonstante R fest als J/(mol·K) definiert ist. ΔG° muss deshalb zwingend molar (z.B. kJ/mol) eingesetzt werden, sonst stimmen die Einheiten nicht.

Bei K = 1 ist ln(K) = 0, wodurch ΔG° = −R·T·0 = 0 wird – unabhängig davon, welche Temperatur eingesetzt wird. Die Formel ist in diesem Fall für jede Temperatur gleichermaßen erfüllt, weshalb sich T daraus nicht eindeutig bestimmen lässt.