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Wird aus Natron durch Aufkochen Natronlauge?

Nein. Natron (Natriumhydrogencarbonat) zerfällt beim Erhitzen nicht zu Natronlauge, sondern zu Soda (Natriumcarbonat), Wasser und Kohlenstoffdioxid.

2 Natron --Hitze--> Soda + Wasser + Kohlenstoffdioxid

Löst man das entstandene Soda in Wasser, erhält man eine Sodalösung – keine Natronlauge. Für Laugengebäck lässt sich diese Sodalösung zwar trotzdem verwenden, allerdings mit schwächerer Wirkung: Das Gebäck wird weniger dunkel und glänzend und schmeckt weniger intensiv nach typischem Laugengebäck.

Der Grund liegt in der Basenstärke: Echte Natronlauge enthält Natriumhydroxid (NaOH), eine deutlich stärkere Base als das Natriumcarbonat der Sodalösung. Genau diese stärkere Basizität sorgt beim Backen für die typische braune, glänzende Kruste – und macht echte Natronlauge im Umgang gleichzeitig deutlich gefährlicher.

Soda + Löschkalk (Calciumhydroxid) → Natronlauge (NaOH) + Calciumcarbonat (fällt aus)

Historisch wurde echte Natronlauge übrigens genau aus einer Sodalösung hergestellt – nur mit einem zusätzlichen Schritt: Man ließ die Sodalösung mit gelöschtem Kalk (Calciumhydroxid) reagieren. Dabei entsteht Natriumhydroxid, während das entstehende Calciumcarbonat als unlöslicher Feststoff ausfällt und sich abtrennen lässt. Dieses Verfahren, Kaustifizierung genannt, war über Jahrhunderte die gängige Methode zur Laugenherstellung, bevor sie im 20. Jahrhundert weitgehend durch die Chloralkali-Elektrolyse abgelöst wurde.